Antikörper-Testergebnisse weder von Patient noch Hausarzt zu entziffern...
2011-10-31 / Korrektur und Ergänzung 2011-11-01
Beispiel Antikörper gegen spannungsabhängige Calcium-Kanäle
Typ P/Q (VGCC-Ak Typ P/Q = VDCC-Ak Typ P/Q) und Typ N
(Typ N ist für die LEMS Diagnose nicht zwingend nötig -
ist vermutlich eher verantwortlich für autonome Störungen)
Siehe auch:
http://www.lambert-eaton-myasthenisches-syndrom.de/b1.html
Patienten, die einen Verdacht auf eine bestimmte Erkrankung oder einer weiteren Störung haben, "greifen" immer öfter zur Selbsthilfe und lassen - oft auf eigene Kosten (Preise siehe Internet) - über den Hausarzt Serum zur Untersuchung an ein Speziallabor schicken. Leider weiß man zuweilen nicht, wo die Probe letztendlich nach ein- oder mehrmaligem Weiterschicken gelandet ist.
Der Ergebnisbericht des Labors läßt dann aber zuweilen eher an eine Geheimschrift denken, wenn Sie da etwa mit einer Zahl daneben lesen:
CAKAK
CAKAKP
CAKAN
CAKANP
und alles ohne Referenzwerte
CAKA soll Calcium-Kanal heißen....
Ich empfehle folgenden (erprobten) Brief an jenes Labor zu schicken, das Ihr Serum (wahrscheinlich zur Weiterleitung an ein Speziallabor) erhalten hat. (Natürlich ist es sicherer, die Probe direkt an das Speziallabor zu schicken.)
Laboradresse, Datum des Befundberichts, Auftragsnummern etc.
Anrede,
es ist absolut unpräzise, nicht der üblichen Nomenklatur entsprechend und damit unzureichend, wenn Sie "Laborergebnisse wie folgt anzeigen:
(Hier schreiben Sie das hin, was Sie und Ihr Hausarzt nicht interpretieren können)
Bitte dokumentieren Sie mir.
(1) In welchem Labor die VGCC (VDCC)-Ak tatsächlich untersucht wurden
(Serum weitergeleitet in welche(s) Labor(e)?
Bitte senden Sie mir Kopie der Originalbescheinigung desjenigen Labors,
das die Untersuchung durchgeführt hat.
(2) Welche Untersuchungsmethode angewandt wurde.
(3) den genauen Typ der Antikörper gegen in Ca2+ - Kanäle.
(4) Maßeinheit und Referenzwert.
Mit freundlichen Grüßen"
Hier meine eigene Erfahrung mit der Nomenklatur in den Laborberichten:
Laborbericht, nachdem ich um verständliche Schreibweisen gebeten hatte:
In Klammern habe ich die Bezeichnungen hinzugefügt, wie sie im ersten Bericht verwendet worden waren.
Statt X.Y steht im Original der ermittelte Wert.
Wenn der ermittelte Wert höher als der Normwert ausfällt, wird er als "positiv" bezeichnet, dargestellt durch "↑" (Pfeil nach oben) und/oder "+".
Calcium-Kanal (N-Typ) X.Y AK-Ratio NW < 10
(vorher CAKAK plus Wert wie im 2. Bericht)
Calcium-Kanal (P/Q-Typ) X.Y pmol/l NW < 25 (GB 25-40)
(vorher CAKAKP plus Wert wie im 2. Bericht)
NW = Normwert
pmol/l = Picomol pro Liter
< = kleiner als
Wenn der aus Ihrem Serum ermittelte Wert für die AK gegen Calcium-Kanäle vom Typ P/Q geringer als 25 Picomol pro Liter beträgt, kann kein Verdacht bzw. keine Bestätigung für das Lambert-Eaton-Syndrom (LEMS) daraus abgeleitet werden. Damit ist LEMS jedoch auch nicht ausgeschlossen.
Wenn der ermittelte Wert höher als der Normwert ausfällt, besteht Verdacht auf LEMS oder bestätigt es, wenn die körperliche Untersuchung einschließlich der elektromyografischen Testung (EMG) schon darauf hingedeutet haben.
Posititive AK-Werte gegen Ca2+-Kanäle werden auch bei anderen Erkrankungen zuweilen festgestellt.
